Denktage

Denktage-2016. Zwischen Machen und Denken eine Verbindung finden, das ist die Arbeitsweise von KünstlerInnen. In der AcadémieGalan werden deshalb neben der fortlaufenden künstlerisch praktischen Arbeit, und um diese geht es, beinahe täglich von Prof. Rolf Thiele, meist morgens nach dem Frühstück, ca 30 Minuten, einige Überlegungen zur Kunst in Vortrag und Diskussion angeboten. Diese ‚Denktage‘ finden über das Jahr 2016 an folgenden Terminen ihre thematischen Schwerpunkte, die sich selbstverständlich gegenseitig durchdringen, ergänzen, ablösen und wiederholen, während der Produktions- und Reflexionsarbeit im gesamten Jahr:

1) 20. März – 10. April 2016 „Die Natur der Kunst“

Natur und Kunst sind Gegenbegrifflichkeiten – Polaritäten. Ohne Natur, von der sich die Kunst unterscheidet, könnte diese nicht bestimmt werden. Kunst als Spiegel der Natur. Kunst ist nicht Natur, muss aber immer so tun als ob sie Natur wäre. Und dennoch hat die Kunst ihre eigene Natur, ihre eigene Wesenheit.

2) 20. April – 10. Mai 2016 „In-der Kunst-sein“ Betrachtungen über ein Gefühl

Kann man davon ausgehen, dass das eigene Machen zu einem Kunstwerk führen kann? Kunst wird nicht gemacht, sondern sie passiert. Kunst ereignet sich, allerdings nicht ohne Machen.
Wie viel Ding braucht das Unbedingte der Kunst? Auswahl und Entscheidungsfindung der zur Verwendung kommenden Formen und Materialien in der eigenen künstlerischen Arbeit.

3) 20. Mai – 10. Juni 2016 „Nichtkunst als Kunst“ Ästhetisierung der eigenen Existenz

Kann der Umgang mit Kunst die eigene Lebensführung verändern? Warum braucht man überhaupt Kunst? Und wie viel Handwerk benötigt die Kunst? Der Extremfall einer künstlerischen Auffassung, dargestellt am Beispiel des Kunstprojekts AcadémieGalan, verstanden als Kunstwerk. Nur das System Kunst kann sich selbst verlassen ohne sich zu verlieren.

4) 20. Juni – 10. Juli 2016 „Vereinfachen – Neu ordnen – Reduzieren“

Strategien künstlerischer Arbeit. Der Vorgang des Reduzierens auf das Wesentliche/Wichtige in der künstlerischen Arbeit erfordert immer eine Phase der Entscheidung. Was ist wichtig? Worum es ja stets geht ist das Leben, Kunst aber ist die Sache.

5) 20. Juli – 10. August 2016 „Fragmentieren heißt Vermenschlichen“

Der Mangel treibt uns voran. Das Fragment als Teil eines verloren gegangenen Ganzen bildet Aneignung niemals ohne Verlustgefühl. Die Schwundgestalt des Augenblicks.

6) 20. August – 10. September 2016 „Die Zwischenheit“ l’entre deux

„… unterwegs im leeren Raum der Zwischenheit, auf dem Sprung“. Die Bedeutung haftet den Dingen nicht an, sie entsteht zwischen den Dingen. Künstlerische Arbeit, verstanden als Öffnen eines Möglichkeitsraumes. In der Kunst kann man, im Unterschied zum Leben, verschiedene Formen der eigenen Existenz ausprobieren. Kunst als Modell für das Leben.

7) 20. September – 10. Oktober 2016 „Poesie der Unvollkommenheit“

„In der Kunst geht es weder um Beweis noch Meinung“. Im künstlerischen Prozess befindet man sich in einer Ungewissheit, in einer ständigen Suchbewegung.

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