Stirbt unser Dorf? – Das Unkraut wuchert.

„Das laotische Dorf“, unser Kunstprojekt seit etlichen Jahren, wird im Moment von Oliver, David, Sarah, Bettina und Johanna von den Spuren der Wachskraft der Natur an den einzelnen Objekten befreit. Das Unkraut wuchert! Jan mauert am Treppenaufgang des neuen Aufenthaltraumes. Ich ebne, wie schon so oft, einen neuen Weg unterhalb dieses neuen Raumes und schaffe dadurch Beete, also weitere Arbeit. Harro sitzt am Computer und versucht sich an der Verwaltung dieser Aktivitäten.

Die Dokumentation, der Bericht der Arbeit der letzten 10 Jahre an der AcadémieGalan ist beinahe vollständig, von Oliver in mühsamer Kleinarbeit bis hierhin gebracht. Ihm gebührt schon jetzt unser Dank.

Aus den mitgelieferten Texten der Teilnehmer kann ich herauslesen, dass viele ein Problem mit ihrem Arbeitseinsatz im Projekt vor allem deswegen haben, weil sie die Ergebnisse weder mitnehmen noch auf dem “Markt” produktiv einsetzen – sprich verkaufen – können. Selbstverständlich frage ich mich dazu, ob die besonderen inhaltlichen Bedingungen, die die AcadémieGalan seit Anbeginn hat, vergessen wurden. Es geht uns um eine künstlerisch-ästhetische Erfahrung, deren Pole nicht das gelungene Werk von einzelnen konturieren, sondern um eine nahe am Leben sich aufhaltende Ereignishaftigkeit, die das Gemachte nicht einfach als Ding mit besonderen Eigenschaften zum Ergebnis hat. Vielmehr wird auf der Symbolebene eine Struktur geschaffen, die die Arbeiten nicht zuletzt durch die Konfrontation mit der lebendigen Natur in eine Bedingung stellt, die die Übernahme einer Verantwortlichkeit notwendig macht und so etwas wie eine Lebensplanung mit begleitender Fürsorge erzeugt. Arbeiten, die auf solche Weise die Grenzen der Kunst tangieren und diese dadurch immer zum zentralen Auseinandersetzungsproblem machen, eben ein Kunst-Leben Projekt.

Selten kümmert sich allerdings Künstlerin oder Künstler auf solche Weise um das Begonnene, aus welchem Grund auch immer. Eine Überforderung wird spürbar!

Zur Zeit kommen viele Helfer an die AcadémieGalan und wir lassen sie an der Pflege der Objekte und deren Umgebung arbeiten. Das klappt gut, lässt aber die Künstlerinnen und Künstler sich in der Annahme wiegen, sie bräuchten sich nicht um ihre Arbeit zu kümmern. Und damit entgeht ihnen die genannte Erfahrung.

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