Die Gleichgültigkeit (in) der Kunst

Wenn wir auf unseren Ort der Projekte blicken, der AcadémieGalan, sehen wir Dinge, deren Aussehen uns zu der Frage führen: Ist das Kunst was ich da sehe? Nichts sieht so aus wie Kunst. Steckt da etwas dahinter, etwas, was ich bisher nicht wusste? Alle Sicherheit wird ein wenig aus den Verankerungen gelöst, Unsicherheit entsteht. So oder ähnlich wird Platz für den Zweifel geschaffen. Wenn das dingliche Objekt durch solchermaßen entstandene Fragwürdigkeit von sich abstößt und diesen Zwischenraum öffnet, dann geht es hier um die Strategie der Verknüpfung. Diese ist in der Form eine Frage der Montage und die Form ist hier der Zweifel. Aus Nichtkunst wird dadurch, dass wir diese als Auslöser des Zweifels erkennen konnten, Kunst. Jene blitzartige Epiphanie, jene plötzliche Verklärung des Blickes läßt den Verwandlungszauber der Kunst, ohne dass sie dinglich anwesend ist, in unsere private Empfindungswelt , in die Empfindungswelt des Betrachters, eindringen.

Für das nächste Projekt 2007 ist nun geplant, eine noch radikalere Form solcher Vorgänge zu finden, zu entwickeln. Der Aufenthalt in Galan hat ja gerade neben der ästhetisch, künstlerischen Arbeit auch die Begegnungen im Alltag, die gemeinsam organisierten Versorgungsarbeiten, die handwerklichen Arbeiten, die Erledigungen, die jeder einzelne Tag immer wieder von uns fordert, als wichtigen Teil dieser Bildungsarbeit bereits in die Aufmerksamkeit gerückt. Nun aber wollen wir in diesem neuen Vorhaben uns vor allem um diese “Nebensächlichkeiten” kümmern, sie ausdrücklich in das Zentrum unserer künstlerischen Bearbeitung heben. Alle Bemühungen in gleicher Höhe halten, sie gleich gültig machen, ob Kunst oder Nichtkunst.

Ich möchte hiermit dazu einladen, sich an der Vorausplanung inhaltlicher Punkte in dieser Richtung aktiv per Kommentar zu beteiligen. Fragwürdig genug ist das Vorhaben ja wohl.

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